Alter «Aebersold-Spycher» in Worb

Der Entscheid ist gefallen

Jetzt liegt der Entscheid des Regierungsstatthalteramts vor: Er befindet darüber, ob der historische «Aebersold-Spycher» aus Rüfenacht dauerhaft neben dem Freizeithaus Worb bleiben darf. Für den Trägerverein der offenen Kinder- und Jugendarbeit zeigt sich damit, wie der 250 Jahre alte Speicher künftig genutzt werden kann.

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Jetzt ist es offiziell: Wo heute die Profile stehen, darf der Speicher (rechts im Bild) definitiv aufgestellt werden. (Foto: zvg)

Pünktlich zum Jahresende erhielt Jonathan Gimmel, Präsident des Vereins Offene Jugendarbeit Worb, den erhofften Bescheid: Der alte Speicher neben dem Freizeithaus darf stehen bleiben. «Das Bauvorhaben ist zonenkonform», schreibt der stellvertretende Regierungsstatthalter Reto Wüthrich. Weil auch keine öffentlichen oder nachbarlichen Interessen beeinträchtigt würden, schreibt er weiter, sei das Projekt «zu bewilligen.»

 

Rettung in letzter Minute

Damit wird nachträglich abgesegnet, was im letzten Mai begonnen hat: Damals rettete der Trägerverein offene Kinder- und Jugendarbeit Worb (TJWO) sozusagen in letzter Minute den historischen «Aebersold-Spycher» vor dem Abbruch. In einer spektakulären Aktion wurde er in Rüfenacht abmontiert, per Kran und Tieflader nach Worb transportiert und auf einen provisorischen Sockel neben das Freizeithaus am äusseren Stalden gestellt. Dort steht er seither – und ist inzwischen schon zum gewohnten Anblick geworden.

 

Der Speicher brauchte eine Ausnahmebewilligung …

Allerdings hatte der Worber Gemeinderat dem Speicher vorerst nur drei Monate Aufenthaltsrecht gewährt: Danach musste ein Baugesuch eingereicht werden. Dieses reichten Jonathan Gimmel und der Trägerverein nach etlichen Vorarbeiten Mitte Oktober ein –  letztlich als «Gesuch um Ausnahmebewilligung». Denn in einer Zone mit Planungspflicht, so hatte sich inzwischen herausgestellt, dürfe das bestehende Bauvolumen, also das Freizeithaus, nur «umgebaut oder geringfügig erweitert» werden.

… weil ein Speicher mehr als «geringfügig» ist

Ein ganzer historischer Speicher jedoch sprengte gemäss Regierungsstatthalteramt den Rahmen von «geringfügig». Ausnahmen von einzelnen Bauvorschriften können allerdings gewährt werden, «wenn besondere Verhältnisse es rechtfertigen und keine öffentlichen Interessen beeinträchtigt werden». Weil das in diesem Fall eintreffe, so schrieb der Regierungsstatthalter-Stellvertreter, stand der offiziellen Bewilligung nichts mehr entgegen.

 

Jetzt darf er offiziell bleiben …

Damit erhält der alte Speicher die juristische Berechtigung, weiterhin dort zu stehen, wo er im letzten Mai abgeladen wurde: neben dem Freizeithaus Worb. Dort wird er künftig für Familien, Kinder und Jugendliche als Aufenthaltsort zur Verfügung stehen. Das heisst, der definitive Sockel ein paar Meter neben dem provisorischen Standort kann errichtet und der Speicher darauf fest verankert werden. Anschliessend wird das Dach neu gedeckt, zudem werden etliche Auffrischungsarbeiten durchgeführt.

 

… und wird gedeckt und aufgepeppt

Die Kosten für sämtliche Arbeiten muss der Trägerverein JWO übernehmen. Jonathan Gimmel rechnet mit rund 140'000 Franken. Aber er ist guter Dinge und steht schon in den Startlöchern: «Im Januar beginnen wir mit dem Fundraising», sagt er mit Vorfreude. Ab Mai will er dann die Bevölkerung mit einbeziehen: «Vorgesehen ist eine Aktion, die von einem Modell-Spycher im Zentrum begleitet wird.»

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Dieses Modell des Speichers baute Holzbau Partner AG für die Gewerbeausstellung in Vechigen. Im Mai soll es das Fundraising begleiten. (Foto: zvg)

Ein Modell-Speicher für das Crowdfunding …

Das Modell habe die Schreinerei Holzbau Partner AG aus Stettlen für die Vechiger Gewerbeausstellung VEGA2025 erstellt, erklärt Gimmel. «Ab Ende Mai soll er Pate stehen für das Crowdfunding in seiner neuen Heimatgemeinde.» Realisieren will er den Ausbau des Speichers auf einen besonderen Termin: «Er soll für unser 50-Jahre-Jubiläum im Herbst 2026 fertig stehen.»

 

… damit auch dieses glatt über die Bühne geht

Jonathan Gimmel sieht den nächsten Monaten optimistisch entgegen – immerhin ist bis jetzt alles glatt aufgegangen, von Speicher-Rettung bis Bewilligung. «Ich bin überzeugt, dass es mit dem Fundraising gelingen wird», sagt er. Die vielen positiven Rückmeldungen, die er immer wieder erhält, zeigen ihm: «Der Aebersold-Spycher bewegt die Leute.»

Der Speicher als öffentlicher Raum

Das Erdgeschoss des 250 Jahre alten Speichers soll gemäss Plan ein frei zugänglicher Aufenthaltsraum werden. Das erste Obergeschoss ist für Aktivitäten der Jugendarbeit Worb geplant, das zweite Obergeschoss als Lagerraum.


Autor:in
Claudia Weiss, claudia.weiss@bern-ost.ch
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Erstellt: 08.01.2026
Geändert: 08.01.2026
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