Der Dezember war zu trocken
Der Dezember fiel aus dem Rahmen. Zu warm, zu trocken, zu wenig Winter. Silas Walther von der Wetterstation Oberthal zieht Bilanz und zeigt, wie deutlich der letzte Monat vom langjährigen Durchschnitt abwich.
Der Dezember präsentierte sich – zumindest oberhalb der Hochnebeldecke – frühlingshaft. Durch den fehlenden Niederschlag war selbst in mittleren Lagen bis 2000 Meter eher Wandern, denn Skifahren angesagt. Gegen Weihnachten stieg die Nebeldecke auf rund 1000 Meter an, wodurch im Oberthal konstant Eistage verzeichnet wurden.
Weniger Hochnebel
Kürzlich wurde durch MeteoSchweiz bestätigt, dass in den letzten 40 Jahren die Hochnebeltage um rund ein Drittel abgenommen haben. Mögliche Ursachen könnte die generell wärmere Luft, welche seltener zur Kondensation kommt, sein, aber auch eine Veränderung in den vorherrschenden Wetterlagen. Daher ist die längere Hochnebelperiode durchaus eine Erwähnung wert.
So trocken wie seit 2016 nicht mehr
Insgesamt war der Dezember knapp ein Grad zu warm, normal sonnig und ausserordentlich trocken. Nur an zwei Tagen fiel über ein Millimeter Niederschlag, die Monatssumme belief sich auf elf Millimeter. Damit war der vergangene Dezember nach dem Dezember 2016 der trockenste Dezember. Verbunden mit der inaktiven Vegetation vermag nicht zu erstaunen, dass über die Weihnachtstage mehrere Waldbrände stattfanden. Ein grösseres Ereignis (mehrere Hektaren) ereignete sich im Tirol, wo die Löscharbeiten mindestens drei Tage in Anspruch nahmen.
Übers ganze Jahr gesehen resultierte ein Temperaturüberschuss von 0,7 Grad, während Niederschlagsmenge und Sonnenscheindauer im Bereich der Norm zu liegen kamen.
Täglich aktualisiert: Wetterstation Oberthal – 850 m ü. M. – seit 20 Jahren.